Lexikon
A
B
Bidirektionale Messung
Die Strommessung in zwei entgegengesetzte Richtungen über ein einziges Gerät. Ein bidirektionaler Zähler (Zweirichtungszähler) erfasst somit getrennt voneinander sowohl den Strom, den Sie aus dem Netz beziehen, als auch den überschüssigen Strom, den Ihre Solaranlage in das Stromnetz zurückspeist.
Bezugszähler
Ein Stromzähler, der speziell dafür optimiert ist, die aus dem öffentlichen Stromnetz entnommene (bezogene) Energie eines Haushalts oder Betriebs zu erfassen. Er ist das klassische Messgerät, das die Grundlage für die reguläre Stromrechnung des Energieversorgers bildet.
Batteriespeicher (Stromspeicher)
Stationäre Batteriesysteme, die überschüssigen Solarstrom tagsüber zwischenspeichern, damit er abends oder nachts im Haushalt genutzt werden kann. Damit das System weiß, wann die Batterie geladen oder entladen werden muss, ist ein extrem schnell reagierender Stromzähler (Smart Meter) am Hausanschluss unabdingbar.
BHKW (Blockheizkraftwerk)
Eine Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Nutzwärme (Kraft-Wärme-Kopplung) direkt im Gebäude. Da ein BHKW sowohl Strom für den Eigenverbrauch produziert als auch Überschüsse einspeist, sind für den Betrieb präzise Zweirichtungszähler vorgeschrieben, um die Ströme korrekt zu bilanzieren.
C
Cloud (Server-Anbindung)
Die Bereitstellung von Speicherplatz und Rechenleistung auf externen Internet-Servern anstelle von lokalen Geräten. Bei WLAN-Stromzählern werden die Messdaten an eine gesicherte Cloud gesendet. Dies ermöglicht Ihnen, Ihre Verbräuche und Erträge weltweit und von jedem Ort aus über das Smartphone abzurufen sowie historische Langzeit-Statistiken über Monate oder Jahre hinweg zu speichern.
D
Direktmessend
Diese Zähler werden direkt in den Hauptstromkreis geschaltet. Der gesamte zu messende Strom fließt vollständig durch das Gerät selbst. Sie sind extrem kompakt, kostengünstig und decken in der Regel Stromstärken im Haushalts- und Gewerbebereich bis zu 60, 80 oder 100 Ampere ohne zusätzliche Messwandler ab.
DIN-EN 60715
Die europäische Norm, welche die Abmessungen und geometrischen Formen von Trägerschienen (Hutschienen) im Schaltschrankbau exakt festlegt. Sie stellt sicher, dass Reiheneinbaugeräte und Hutschienenzähler herstellerübergreifend perfekt auf die Schienen im Sicherungskasten passen.
DLT645 Protokoll
Ein spezifisches Kommunikationsprotokoll für elektronische Stromzähler, das vor allem im asiatischen Raum und bei bestimmten Exportgeräten für die serielle Datenübertragung genutzt wird. Es legt genau fest, in welcher Reihenfolge und Verschlüsselung Daten wie Zählerstände oder Momentanwerte gesendet werden.
DIN EN50022
Die frühere Normbezeichnung für die klassische 35-Millimeter-Hutschiene (Tragschiene) im Verteilerbau. Auch wenn sie heute offiziell durch die DIN-EN 60715 ersetzt wurde, wird der Begriff im Alltag weiterhin verwendet, um die standardisierte Schnappbefestigung im Sicherungskasten zu beschreiben.
DC-Heizpatronen
Elektrische Heizelemente für Warmwasserspeicher, die direkt mit Gleichstrom (DC) – beispielsweise unmittelbar aus Solarmodulen ohne den Umweg über einen Wechselrichter – betrieben werden. Spezielle DC-Zähler überwachen hierbei die gewonnene Energie, um den direkten solaren Ertrag für die Warmwasserbereitung zu erfassen.
Durchschlagsfestigkeit
Die maximale elektrische Spannung, der ein Isolationsmaterial standhalten kann, ohne dass es zu einem elektrischen Durchschlag (Lichtbogen oder Kurzschluss) kommt. Ein extrem wichtiger Sicherheitsfaktor bei Messwandlern und Zählern, um Anwender vor gefährlichen Hochspannungen zu schützen.
E
Einrichtungszähler
Dieser Stromzähler misst den Stromfluss ausschließlich in eine einzige Richtung. Er erfasst entweder nur den bezogenen Strom aus dem öffentlichen Stromnetz oder rein den eingespeisten Strom einer Erzeugungsanlage. Für den parallelen Betrieb von Strombezug und eigener Solareinspeisung ist er nicht geeignet.
Eigenverbrauch
Die Menge an elektrischer Energie, die eine Solaranlage oder ein Blockheizkraftwerk produziert und die direkt vor Ort im eigenen Gebäude verbraucht wird, anstatt sie in das öffentliche Netz einzuspeisen. Moderne Zähler helfen dabei, diesen Anteil genau zu ermitteln, um die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu optimieren.
EN 61036
Eine historische, europäische Norm für elektronische Wechselstrom-Wirkverbrauchszähler der Genauigkeitsklassen 1 und 2. Sie definierte wichtige Mindestanforderungen an die mechanische Beschaffenheit, die Klimabeständigkeit und die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), bevor sie durch neuere IEC- und MID-Richtlinien abgelöst wurde.
Einrichtungsverfahren
Eine Messmethode, bei der die Energieerfassung strikt auf eine einzige Flussrichtung begrenzt ist. Fließt Strom in die entgegengesetzte Richtung (beispielsweise durch die Netzeinspeisung einer Solaranlage), wird dieser vom Zählwerk entweder gar nicht registriert oder durch eine mechanische bzw. elektronische Rücklaufsperre blockiert.
Energiemonitoring
Die kontinuierliche Erfassung, Aufzeichnung und visuelle Analyse von Energieströmen in einem Gebäude oder Betrieb. Es dient dazu, "Stromfresser" im System schnell zu identifizieren, Lastspitzen zu kappen, den Eigenverbrauch zu optimieren und die Energiekosten durch gezielte Maßnahmen nachhaltig zu senken.
E-Mobilität (Elektromobilität)
Die Nutzung von Elektrofahrzeugen, die mit elektrischer Energie betrieben werden. In diesem Sektor ist präzise Zählertechnik unverzichtbar – sei es als Wechselstromzähler in privaten Wallboxen oder als hochmoderne Gleichstromzähler (DC) in öffentlichen Schnellladestationen zur eichrechtskonformen Abrechnung.
F
G
Grenzstrom
Der höchste zulässige Stromwert, bei dem die Fehlergrenzen eines Stromzählers noch innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Toleranzen liegen. Wird dieser Wert überschritten, drohen entweder massive Messabweichungen oder eine thermische Überlastung und Zerstörung des Geräts.
Genauigkeitsklasse
Gibt die maximale prozentuale Abweichung an, die ein Stromzähler beim Messen aufweisen darf. Bei modernen MID-Zählern wird sie meist in den Klassen A, B oder C angegeben (entspricht in etwa den alten Bezeichnungen Klasse 2, Klasse 1 und Klasse 0,5). Klasse B ist der Standard für hochpräzise Abrechnungen im Haushaltsbereich.
Gewerbeinstallationen
Elektrische Anlagen in Unternehmen, Werkstätten oder Produktionsstätten. Die Anforderungen an Stromzähler sind hier durch höhere Stromstärken, den Einsatz von Maschinen und das Aufkommen von Blindleistungen deutlich komplexer als im privaten Haushalt, weshalb hier oft robuste Wandler- oder Multifunktionszähler eingesetzt werden.
H
Hutschienenzähler
Hierbei handelt es sich um sehr kompakte digitale Stromzähler, die speziell für die Montage auf standardisierten DIN-Hutschienen (Tragschienen) entwickelt wurden. Sie werden direkt im Sicherungskasten oder in Unterverteilungen aufgerastet, um den Verbrauch bestimmter Räume, Wärmepumpen oder Wallboxen separat zu erfassen.
I
Intelligentes Messsystem (iMSys)
Ein "Smart Meter". Es besteht aus einer modernen Messeinrichtung (digitaler Zähler) und einer Kommunikationseinheit, dem sogenannten Smart-Meter-Gateway. Das iMSys sendet die Messdaten automatisch, verschlüsselt und sicher an den Netzbetreiber, wodurch das manuelle Ablesen der Zählerstände komplett entfällt.
Interner Shunt (Gleichstromzähler)
Ein extrem präziser, niederohmiger Widerstand, der fest im Inneren eines direktmessenden Gleichstromzählers verbaut ist. Der Zähler misst den minimalen Spannungsabfall, der am Shunt entsteht, wenn Strom hindurchfließt, und errechnet daraus blitzschnell und hochgenau die tatsächliche Stromstärke.
Isolationsspannung
Die dauerhaft zulässige Spannung, für die die elektrische Isolierung zwischen den spannungsführenden Leitungen (Primärseite) und den berührbaren Bauteilen bzw. Messausgängen (Sekundärseite) eines Wandlers oder Zählers ausgelegt ist, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
J
K
Kabelumbaumesswandler
Ein Stromwandler, dessen Gehäuse sich komplett aufklappen lässt. Er wird einfach um ein bereits bestehendes Stromkabel herumgelegt und verrastet. Dadurch entfällt das gefährliche Trennen der Zuleitungen oder das Stilllegen von Industrieanlagen während der Zählernachrüstung im Sicherungskasten.
Klappwandler
Die umgangssprachliche und weit verbreitete Bezeichnung für den Kabelumbaumesswandler. Er "transformiert" hohe, für Zähler nicht direkt messbare Ströme über ein Magnetfeld berührungslos in ein kleineres, proportionales Signal herunter, das von einem Wandlerzähler sicher verarbeitet werden kann.
L
Leistungsfaktor (Cos Phi)
Das Verhältnis zwischen der tatsächlich nutzbaren Wirkleistung und der gesamten Scheinleistung in einem Wechselstromnetz. Er liegt immer zwischen 0 und 1. Ein hoher Wert nahe 1 bedeutet, dass die Energie sehr effizient genutzt wird und kaum störende Blindleistung im Stromnetz entsteht.
M
MID-Zulassung
Die Abkürzung steht für die europäische Messgeräterichtlinie ("Measuring Instruments Directive"). Ein Zähler mit MID-Zulassung besitzt eine amtlich anerkannte Eichung. Er ist gesetzlich für offizielle Abrechnungszwecke vorgeschrieben – beispielsweise, wenn Sie Strom an Mieter weiterverkaufen oder den Ladestrom des Firmenwagens mit dem Arbeitgeber abrechnen möchten.
Moderne Messeinrichtung (mME)
Ein rein digitaler Stromzähler, der den tatsächlichen Energieverbrauch und die Nutzungszeit darstellt. Er speichert Ihre Verbrauchswerte über einen Zeitraum von 24 Monaten im Gerät. Da er standardmäßig kein Kommunikationsmodul besitzt, sendet er ohne Zusatzhardware keine Daten nach außen.
Maximalstrom
Die absolute Obergrenze der Stromstärke in Ampere (A), die dauerhaft fließen darf, ohne dass der Stromzähler Schaden nimmt oder seine messtechnische Genauigkeitsklasse verlässt. Ein Zähler mit der Kennzeichnung "10(100)A" hat beispielsweise einen Nennstrom von 10A und einen Maximalstrom von 100A.
Monodirektionale Messung
Die klassische Strommessung in nur eine feste Richtung. Der Zähler erfasst ausschließlich den Energiefluss auf einem Pfad (entweder reiner Netzbezug oder reine Solareinspeisung). Stromflüsse in die Gegenrichtung werden vom Zählwerk ignoriert oder durch eine Rücklaufsperre blockiert.
Modbus-RTU
Ein offenes, standardisiertes Kommunikationsprotokoll, das sehr häufig über die RS485-Schnittstelle genutzt wird. Es ermöglicht Softwareanwendungen, Datenloggern und Smart-Home-Systemen (wie z. B. EVCC oder ioBroker), die Messwerte des Zählers (Spannung, Strom, kWh) herstellerübergreifend und zuverlässig abzufragen.
Multifunktionszähler
Hochmoderne Messgeräte, die weit mehr als nur die reinen Kilowattstunden (kWh) erfassen. Sie messen parallel eine Vielzahl elektrischer Netzparameter in Echtzeit, darunter Spannung, Stromstärke, Wirkleistung, Blindleistung, die Netzfrequenz sowie den Leistungsfaktor, und stellen diese übersichtlich auf dem Display oder per Schnittstelle bereit.
Messspannung (Gleichstromzähler)
Der Spannungsbereich, in dem ein Gleichstromzähler (DC-Zähler) sicher und präzise arbeitet. Im Gegensatz zu den üblichen 230V/400V Wechselstromnetzen messen Gleichstromzähler oft Spannungen in Solarsystemen, Batteriebänken oder DC-Ladeinfrastrukturen, die je nach Modell von wenigen Volt bis hin zu 1.000 V DC reichen können.
N
Nennstrom
Die Stromstärke, für die ein elektrisches Messgerät im Normalbetrieb dauerhaft ausgelegt ist und bei der es seine höchste Messgenauigkeit garantiert. Er wird auf dem Gehäuse digitaler Zähler oft als Referenzstrom (z. B. 5 Ampere) in Klammern vor dem Maximalstrom angegeben.
Nettoverbrauchszähler
Ein Zähler, der den tatsächlichen Restverbrauch eines Hauses ermittelt, indem er die eigene Solarproduktion direkt mit dem aktuellen Verbrauch verrechnet. Er zeigt somit nur das an, was unterm Strich wirklich noch aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, wenn die eigene Erzeugungsanlage nicht genügend Strom liefert.
O
OBIS-Kennzahlen
Das "Object Identification System" ist ein standardisiertes Kennzahlsystem für Messwerte auf den Displays digitaler Zähler. Jede Kennziffer identifiziert einen Datenwert eindeutig. Die wichtigsten Codes für Endkunden sind 1.8.0 (für den gesamten Strombezug aus dem Netz) und 2.8.0 (für die Netzeinspeisung).
P
Phasen (1-phasig vs. 3-phasig)
Gibt die Anzahl der überwachten Stromleitungen an. 1-phasige Zähler (Wechselstrom) messen kleinere Stromkreise mit einer einzelnen Zuleitung (meist bis 230V). 3-phasige Zähler (Drehstromzähler) überwachen den kompletten Hauptanschluss eines Hauses oder leistungsstarke Großverbraucher wie Wallboxen und Wärmepumpen (400V).
Positive Zählrichtung
Definiert die reguläre Flussrichtung des elektrischen Stroms, bei welcher der Zähler den Wert im Zählwerk hochzählt. Bei einem normalen Bezugszähler entspricht die positive Zählrichtung dem Strombezug aus dem öffentlichen Stromnetz in das Gebäude hinein.
PV-Anlagen (Photovoltaikanlagen)
Systeme zur direkten Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom mittels Solarzellen. Für den wirtschaftlichen und gesetzeskonformen Betrieb einer solchen Anlage sind spezielle Stromzähler (Zweirichtungszähler oder saldierende Zähler) zwingend erforderlich, um Eigenverbrauch und Netzeinspeisung präzise zu erfassen.
Primärstrom
Der tatsächlich fließende, hohe Strom im Hauptkabel (z. B. 100A, 250A oder 400A), der von einer Industrieanlage oder einem Hausanschluss verbraucht wird und den der Messwandler umschließt. Er stellt die Eingangsgröße für den Wandlungsprozess dar.
Phasenwinkel (Winkelfehler)
Die minimale zeitliche Verschiebung zwischen dem echten Stromsignal im Hauptkabel und dem vom Wandler ausgegebenen Signal. Je kleiner dieser Fehler (Phasenwinkel) ist, desto präziser kann der angeschlossene Zähler die exakte Wirkleistung berechnen. Hochwertige Wandler minimieren diesen Fehler auf ein absolutes Minimum.
Primärwicklung
Der Teil eines Wandlers, durch den der zu messende Hauptstrom fließt. Bei klassischen Aufsteckwandlern bildet das durchgesteckte Hauptstromkabel selbst die Primärwicklung (als eine einzige Windung), deren Stromfluss ein Magnetfeld im Kern des Wandlers induziert.
Q
R
Rücklaufgesperrt
Diese Eigenschaft verhindert mechanisch oder elektronisch, dass sich das Zählwerk eines Stromzählers rückwärts dreht. Wenn ein Balkonkraftwerk Strom produziert und ins Hausnetz einspeist, bleibt der Zähler bei Überschuss einfach stehen, anstatt rückwärts zu laufen. Wichtig für den gesetzeskonformen Übergangsbetrieb alter Zähleranlagen.
RS485 Schnittstelle
Ein weit verbreiteter Industriestandard für die kabelgebundene Datenübertragung über weite Strecken. Diese serielle Klemmschnittstelle ist extrem robust gegen elektrische Störungen und erlaubt es, mehrere Stromzähler über eine einfache Zweidrahtleitung miteinander zu vernetzen und zentral auszulesen.
RJ45 Ausgang
Die standardisierte Buchse für ein normales Ethernet-Netzwerkkabel (LAN-Kabel). Verfügt ein Hutschienenzähler über einen RJ45-Ausgang, kann er ohne komplizierte Adapter oder Spezialkabel direkt mit einem Switch, Router oder direkt mit dem PC verbunden werden, um Daten stabil zu übertragen.
S
S0-Schnittstelle
Eine hardwarebasierte, standardisierte Impulsschnittstelle zur Übertragung von Messwerten. Der Zähler gibt über einen geschalteten Ausgang pro verbrauchter Energieeinheit (z. B. Wattstunde) einen elektrischen Impuls ab. Datenlogger oder Smart-Home-Systeme können diese Impulse zählen und so den Verbrauch in Echtzeit auswerten.
Saldierend
Die wichtigste Eigenschaft für Solaranlagen-Besitzer. Ein saldierender Zähler verrechnet die Ströme aller drei Phasen im Haus mathematisch miteinander, bevor das Zählwerk reagiert. Beispiel: Verbrauchen Sie auf Phase A 1.500 Watt und speisen gleichzeitig über eine PV-Anlage auf Phase B 1.500 Watt ein, heben sich die Werte auf – der Zähler registriert exakt einen Verbrauch von 0 Watt.
Summierend
Ein Begriff für Zählwerke oder Messsysteme, die Verbräuche kontinuierlich aufaddieren. Bei Mehrphasenzählern bedeutet ein rein summierendes Verhalten oft, dass der Verbrauch jeder einzelnen Phase unabhängig voneinander hochgezählt wird, ohne diese vorher miteinander mathematisch zu verrechnen (Gegenteil von saldierend).
Spannung
Die elektrische Kraft, die den Stromfluss durch eine Leitung antreibt, gemessen in Volt (V). Im normalen deutschen Haushaltsnetz liegt die Wechselspannung bei ca. 230 Volt (einphasig) bzw. 400 Volt im Drehstromnetz (dreiphasig). Stromzähler überwachen diese permanent, um präzise Messwerte zu ermitteln.
Strom
Die Menge an elektrischer Ladung, die pro Sekunde durch ein Kabel fließt, gemessen in Ampere (A). Die Stromstärke bestimmt maßgeblich, wie dick die Kabel dimensioniert sein müssen und wie hoch die Belastbarkeit (z. B. maximal 100A) des dafür ausgewählten Stromzählers sein muss.
Smart-Home-Systeme
Die intelligente Vernetzung von Haustechnik, Beleuchtung und Haushaltsgeräten. Durch die Einbindung von Stromzählern mit Kommunikationsschnittstellen (wie Modbus oder S0) in diese Systeme können Verbraucher automatisiert gesteuert werden – beispielsweise, um das E-Auto exakt dann zu laden, wenn die Solaranlage Überschuss produziert.
Strommessung (Gleichstromzähler)
Das Erfassen der fließenden Ladungsmenge in einem Gleichstromkreis. Da Gleichstrom im Gegensatz zu Wechselstrom kein magnetisches Wechselfeld erzeugt, greifen DC-Zähler auf spezielle physikalische Messverfahren (wie Shunt-Widerstände oder Hall-Sensoren) zurück, um den fließenden Strom exakt zu bestimmen.
Sekundärstrom
Das standardisierte, heruntertransformierte Ausgangssignal eines Messwandlers, das direkt an den Messklemmen des Stromzählers ankommt. Übliche Standardsignale sind in der Praxis 1 Ampere (A) oder 5 Ampere (A). Der Wandlerzähler rechnet diesen Wert anhand des Wandlungsverhältnisses wieder auf den echten Verbrauch hoch.
Split-Core Messwandler
Der internationale, englische Fachbegriff für einen geteilten Klappwandler (Kabelumbauwandler). Die Bezeichnung beschreibt den zweigeteilten, magnetischen Kern des Wandlers, der für die Montage geöffnet und nach dem Umschließen des Kabels wieder lückenlos geschlossen werden kann.
Sekundärwicklung
Die Spule mit vielen Windungen aus dünnem Kupferdraht, die im Inneren des Wandlers um den Magnetkern gewickelt ist. Sie greift das induzierte Magnetfeld ab und erzeugt den reduzierten, messbaren Sekundärstrom (z. B. maximal 5A), welcher an den Stromzähler weitergeleitet wird.
T
Tageszählwerk
Eine zusätzliche, meist manuell zurücksetzbare Anzeige im Display eines Stromzählers. Ähnlich wie der Tageskilometerzähler beim Auto ermöglicht es die gezielte Überwachung und Messung des Energieverbrauchs über einen bestimmten, selbst gewählten Zeitraum (z. B. für einen Tag, eine Woche oder ein spezifisches Ladeereignis).
Trägerschienen
Profilierte Metallschienen im Schaltschrank- und Verteilerbau, die als standardisiertes Befestigungssystem für elektrische Betriebsmittel dienen. Auf ihnen lassen sich Stromzähler, Sicherungen und Relais durch einfaches Aufrasten schnell, sicher und werkzeuglos nebeneinander montieren.
TH35
Die technische Bezeichnung für die klassische Standard-Hutschiene (Top-Hat-Rail) mit einer Breite von exakt 35 Millimetern. Sie ist die am weitesten verbreitete Schienenform in Haushalts- und Industrie-Verteilerkästen, auf der die meisten kompakten digitalen Stromzähler montiert werden.
TE (Teilungseinheit)
Das standardisierte Breitenmaß für Einbaugeräte (wie Sicherungen oder Hutschienenzähler) auf der Tragschiene im Sicherungskasten. Eine Teilungseinheit beträgt exakt 18 Millimeter. Ein einphasiger Hutschienenzähler mit "1 TE" benötigt somit genau 18 mm Platz, während ein dreiphasiger Zähler oft 4 TE (72 mm) einnimmt.
TCP/IP
Das grundlegende Netzwerk-Protokoll, das für die Datenübertragung im modernen Internet und lokalen Heimnetzwerken (LAN) genutzt wird. Stromzähler mit einer TCP/IP-Schnittstelle können direkt in Ihr Computernetzwerk eingebunden werden, was das Auslesen der Messdaten über den Webbrowser oder Smart-Home-Zentralen extrem einfach macht.
Tuya
Eine weltweit führende, herstellerübergreifende IoT-Plattform (Internet of Things) für Smart-Home-Geräte. Stromzähler, die auf dem Tuya-Ökosystem basieren, lassen sich universell und unkompliziert in Apps wie "Smart Life" oder "Tuya Smart" einbinden. Dies ermöglicht die detaillierte Verbrauchsauswertung, das Erstellen von Automatisierungen (z. B. Abschalten bei Überlastung) und die Steuerung per Smartphone.
U
V
Verrechnungszwecke gegenüber Dritten zugelassen
Diese Eigenschaft besagt, dass ein Stromzähler die strengen gesetzlichen Eichvorschriften (in Europa geregelt durch die MID) erfüllt. Nur mit einem solchen zertifizierten Zähler ist es rechtlich erlaubt, den gemessenen Strom an andere Personen oder Parteien – wie Mieter, Campinggäste oder den eigenen Arbeitgeber beim Dienstwagen – offiziell in Rechnung zu stellen.
W
Wirkenergie
Die elektrische Energie, die von Verbrauchern tatsächlich in eine andere Nutzarbeit (wie Licht, Wärme oder mechanische Bewegung) umgewandelt wird. Sie wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen und bildet die alleinige rechtliche und technische Grundlage für die Stromabrechnung bei Endkunden.
Wallboxen (Ladestationen)
Wandladestationen für das sichere und schnelle Aufladen von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen im privaten oder gewerblichen Bereich. Integrierte oder vorgeschaltete Hutschienenzähler erfassen dabei den genauen Ladestrom – bei MID-Zulassung auch rechtssicher für die Abrechnung mit dem Arbeitgeber.
Wärmepumpen
Heizsysteme, die Umweltwärme (aus Luft, Erde oder Grundwasser) unter Einsatz von Strom in Heizenergie umwandeln. Da viele Energieversorger hierfür vergünstigte Heizstromtarife anbieten, schreiben sie oft den Einbau eines separaten Stromzählers vor, um den Verbrauch der Wärmepumpe strikt vom Haushaltsstrom zu trennen.
WLAN (WiFi)
Eine Technologie zur drahtlosen lokalen Vernetzung von Geräten über Funkwellen. Smart-Meter und Hutschienenzähler mit integriertem WLAN-Modul verbinden sich kabellos direkt mit Ihrem Heim-Router, wodurch die Verbrauchsdaten in Echtzeit an Apps, Web-Interfaces oder lokale Smart-Home-Zentralen übertragen werden können, ohne dass zusätzliche Datenleitungen verlegt werden müssen.
X
Y
Z
Zweirichtungszähler
Ein intelligenter Zähler mit zwei separaten elektronischen Registern. Er erfasst gleichzeitig und unabhängig voneinander sowohl den Strom, den Sie aus dem öffentlichen Netz beziehen (Code 1.8.0), als auch den Strom, den Ihre Photovoltaikanlage überschüssig in das öffentliche Netz einspeist (Code 2.8.0).
Zweirichtungsverfahren
Die messtechnische Fähigkeit eines Zählers, den Stromfluss in zwei getrennten Registern zeitgleich zu erfassen. Das Verfahren trennt sauber zwischen der bezogenen Energie aus dem Stromnetz und der eingespeisten Überschussenergie einer Solaranlage, sodass beide Werte unabhängig voneinander abgelesen werden können.
Zwei-Kanal (Schaltuhr)
Bei einer Schaltuhr bedeutet "Zweikanal" (oder 2-Kanal), dass das Gerät zwei völlig unabhängig voneinander programmierbare Stromkreise besitzt . Statt nur ein einzelnes Gerät zu steuern, können Sie mit einer einzigen Zweikanal-Schaltuhr zwei verschiedene Verbraucher oder Systeme zeitgesteuert ein- und ausschalten .
S0-Software
Zum Auslesen der S0-Impulsschnittstelle steht ein Auswahl an freier und kostenpflichtiger Software zur zur Verfügung. Sie finden sie im Internet unter den Begriffen: S0-Recorder, ioBroker, Home Assistant, FHEM, Volkszaehler.org, SolarView, Tasmota, ESPHome.